Hintergrund

Donnerstag, 9. Juli 2015

Orientalisch im Sommer

Sommer ist bei mir immer die Zeit, in der ich Sehnsucht nach Sinai habe. Ich war im frühen Frühling 2013 dort - hier war es total kalt und eklig - und dort hatten wir die erste Woche 30° und die zweite Woche 40° - herrlich, besonders wenn man nichts tun muss, außer die fremde Welt zu erkundschaften, mit bunten Fischen direkt am Strand vor unserem Camp zu schnorcheln, im Schatten zu dösen und natürlich: zu essen.
Wir hatten aber auch wirklich Glück, dass die politische Lage zu der Zeit noch ziemlich ruhig war.

Wir konnten zum Beispiel Beduinen-Frühstück bestellen, Mittags eine oder zwei Melonen schlachten, etwas später einen Sahlab genießen und abends frisch gegrillten Fisch essen. Wir haben aber auch die Beduinen besucht und wurden immer, egal von wem, herzlich aufgenommen und mindestens mit Tee verwöhnt - wobei  "verwöhnt" etwas fragwürdig ist - meine Freundin Lara rief immer, dass sie den Tee "Bedouin-Style" haben möchte - was dazu führte, dass die begeisterten Beduinen circa drei Hände voll Zucker in eine winzige Kanne Tee schütteten.

Und was tue ich, wenn ich Sehnsucht habe?

Ich stelle mich in die Küche!


Der Salat ist einfach eine Art grobe Salsa aus Gurke, Tomate, Paprika, Granatapfel und Zwiebeln, angemacht mit Zitrone, Petersilie, Salz, Pfeffer und Knoblauch.
Das Joghurt kann man gleichzeitig machen, denn es ist einfach nur fester Joghurt aus einem türkischen Lebensmittelladen, mit glatter Petersilie (auch von dort) ebenfalls gewürzt wie der Salat.

Und wenn man es ganz schnell haben will, stellt man einfach drei Schüsseln nebeneinander (eine für den Salat, einen für den Joghurt und einen für das Humus) und würzt alle gleich *hihi*
Im Humus sind nämlich nur abgetropfte Kichererbsen, etwas Olivenöl, glatte Petersilie, Knoblauch, Zitronensaft, Salz und Pfeffer.
Ist doch der Hammer wie unterschiedlich die Selbe Würzung schmecken kann!

Zum Anrichten wird das Humus einfach in eine Schüssel gegeben, mit der Gabel rillen gezogen und etwas Olivenöl darauf gegeben.



Kommen wir zum Hauptakt:
Es gibt Pirogi, Piroggen oder Piroshki aus der ganzen Welt - Polen, Russland, Persien - sie haben sich verbreitet wie eine wunderbare, schmackhafte Epedemie - und jeder macht sie ein bisschen anders. Ich hab schon über 5 Rezepte ausprobiert - manche im Nudelteig gekocht, manche im Hefeteig gebacken... immer unterschiedlich, immer hammer lecker. Was sie gemeinsam haben ist, dass es Zeit braucht sie herzustellen.

Wenn ihr es eilig habt - lasst sie einfach weg und esst Fladenbrot zu den oben erwähnten Speisen - aber wenn ihr Zeit habt und es nicht zu warm ist um am Herd zu stehen - dann probiert es doch einfach mal aus!

Die im Hefeteig kann man auch noch gut kalt essen...

Hier also mein Rezept, dass es etwas anders in dem wunderbaren Buch "Veggistan" von Sally Butcher gibt:

Hefeteig herstellen aus:

500 gr Mehl
1 pk Trockenhefe
1 Tl Zucker
1/2 Tl Salz
50 ml Wasser
100 ml Milch
50 gr zerlassene Butter
2 Eiern

Falls der Teig zu trocken wird Wasser zugeben, wenn zu feucht etwas Mehl.

In der Sonne abgedeckt 1 Std. gehen lassen, wenns zu kalt ist bei 50° Ober- Unterhitze im Ofen.

Für die Füllung:

300 gr Ricotta
100 gr Nüsse, z.B Walnüsse, Erdnüsse oder Macadamia, gehackt
100 gr Oliven (welche euch am besten schmecken), gehackt
100 gr Paprika, gehackt
100 gr Tomaten, gehackt
1 Ei
Petersilie, Salz und Pfeffer

Nun wird der Teig circa 1/2 cm dick ausgerollt, mit einem Glas große Kreise ausgestochen und mit je einem Teelöffel Füllung gefüllt.
Die fertigen Piroshki werden auf ein Blech mit Backpapier gelegt, mit einer Milch-Eigelb-Mischung bestrichen und sollten nochmal ca 20min gehen. Ich bestreiche sie immer vorher, weil sie sonst wieder zusammen fallen - wer möchte kann das aber auch hinterher oder garnicht machen.

Nun werden sie bei 175° Umluft 20 min gebacken - am besten mal zwischendurch nachschauen, ob sie schon fertig sind.

Ich besuche heute meine Freundin Lara, mit der ich in Sinai war... heute träumen wir aber von Polen, da gibt es auch ein tolles Buch "Rosenmarmelade" von Beata Zatorska und Simon Target, in dem sind Pierogi mit Kartoffel-Käsefüllung in Nudelteig, mhhhhhh.

Was man sonst noch alles machen könnte, erfahrt ihr bei Rums, Meertje und Froillein Pfau - wobei letztere eine interessante Idee zur Bekämpfung des Hungers der Welt hat!

Euch einen schönen Tag,
genießt die Abkühlung,
Rike



Kommentare:

  1. So ein wenig "Urlaub zum Abendessen" ist doch super!!!
    Danke fürs Rezept ♥
    LG Doris von wiesennaht

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    1. Sehr gerne! Ich finde toll wenn sich jemand dafür interessiert!

      Grüßle Rike

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  2. Woahh, sieht das lecker aus O.o Ich hab ja meistens keine Geduld für Küchenexperimente, da muss ich schon wirklich in der Stimmung zu sein. Aber dein Rezept behalte ich mir mal im Hinterkopf (bzw. dass es hier auf deinem Blog ist), und vielleicht wirds mal irgendwann nachgemacht :)
    Liebe Grüße!

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    1. Das Humus, der Joghurt und der Salat gehen wirklich ganz schnell - man kann das gut mit Fladenbrot essen und es macht ne komplette Mahlzeit aus - gerade wenns warm ist, eine super alternative zu gekochten Speisen.

      Wenn wir die Piroshki machen, stehen wir gemeinsam in der Küche, mein Freund rollt den Teig aus und Sticht die Kreise mit einem großen Glas aus und ich fülle sie. Das geht dann schon. Der Rest ist nämlich "Wartezeit" ;)

      Grüßle,
      Rike

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